Sarah Schilliger, Franziska Schutzbach: Engagierte Wissenschaft: Die Universität im Austausch mit sozialen Bewegungen und der Öffentlichkeit
ProgrammEngagierte Wissenschaft: Die Universität im Austausch mit sozialen Bewegungen und der Öffentlichkeit
30.11.2017 – HS 102, Kollegienhaus (Petersplatz 1)
Vortragende:
- Sarah Schilliger (Postdoc (SNF) am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS), Universität Osnabrück)
- Franziska Schutzbach (Doktorandin (G3S), Zentrum Gender Studies, Universität Basel)
Inhalt:
Sarah Schilliger:
In seiner letzten Rede „Für eine engagierte Wissenschaft“ (2002) plädierte der französische Soziologe Pierre Bourdieu dafür, „dass die Wissenschaft ihre Verantwortung für die Einwicklung einer neuen Gesellschaft begreifen und wahrnehmen muss“. Doch was bedeutet dieses (Selbst-)Verständnis kritischer Wissenschaft(ler*innen) in der Praxis? Mit welchen Herausforderungen sind Wissensproduzent*innen heute konfrontiert, die versuchen, nicht Herrschaftswissen zu reproduzieren, sondern im Gegenteil Wissen zu schaffen, das transformierend und emanzipatorisch sein kann? Und wie kann es zu einem produktiven Zusammenkommen von Wissenschaft und sozialen Bewegungen kommen, für das auch Pierre Bourdieu einstand? Ausgehend von ihren Erfahrungen als wissenschaftliche Assistentin und Lehrbeauftragte an der Uni Basel und ihrer Praxis als Migrations- und Geschlechterforscherin und Aktivistin in verschiedenen sozialen Bewegungen reflektiert Sarah Schilliger über die Produktionsbedingungen kritischer Wissenschaft und lotet Spielräume für engagierte Wissenschaft aus.
Franziska Schutzbach:
Die Gender Studies sind eine junge, interdisziplinäre und engagierten Wissenschaft. Und sie sind derzeit vielfältigen Angriffen ausgesetzt. Was hat es mit den Anfeindungen auf sich? Weshalb wird ‘Gender’ als so grosse Provokation wahrgenommen? Was verbirgt sich hinter dem Vorwurf, eine “politische Wissenschaft” zu sein? Franziska Schutzbach bewegt sich als Geschlechterforscherin und Feministin zwischen den Welten der Forschung und des Aktivismus. Sie zeigt auf, wo es für sie Überschneidungen gibt, und an welcher Stelle beide Felder unterschiedlichen Logiken folgen und folgen müssen.